Die Sage vom Käsperle von Gomaringen

 

Dass bei der Wahrnehmung herrschaftlicher Rechte und bei der Nutzung herrschaftlicher Besitzungen Streit zwischen Vögten und Untertanen in der Luft lag, zeigt der historische Hintergrund der Sage vom Käsperle von Gomaringen. Der Käsperle von Gomaringen soll der Geist eines ehemaligen Gomaringer Vogts gewesen sein. Weil dieser zu Lebzeiten die Gemeinde betrogen hatte, wurde er zum geistweis gehen verdammt.

Der Geist spukte im Unnot-Hof, nicht weit von Gomaringen entfernt. Dort sah man ihn angeblich in barocker Kleidung: mit weißer Zipfelmütze, Schnallenschuhen und einer langstieligen Pfeife. Wer im Unnot-Hof wohnte, litt unter dem Unwesen des Kobolds. Nachts klopfte und polterte er durchs ganze Haus, so dass niemand schlafen konnte. Lag eine werdende Mutter in den Wehen, so wurde der Käsperle auf besonders gemeine Art aktiv: Er raubte der Mutter ihr Kleines und versteckte es unterm Bett. Zuleide tat er ihm sonst aber nichts.

An Weihnachten war er gar überhaupt nicht mehr zu halten. Da tobte er durchs Haus, zappelte in der Viehkrippe, dass die Tiere in panischem Schrecken brüllten und an den Stricken zerrten. Manchmal band er das vieh los und dann verkehrt herum wieder an. So toll trieb es der Geist, bis der Hausherr laut rief: Jetzt bisch aber still! Dann war's ein Weilchen ruhig, bis der Kobold aufs Neue loslegte.

Noch                          bis zur Fasnet 2021